Kosiak (2024m) mit Startpunkt Bodental

Die Müdigkeit an diesem Morgen war noch nicht verschwunden als es kurz vor acht Uhr Früh hieß: Raus aus dem Auto, Wanderschuhe anziehen, Rucksack schnappen & starten. Es stand uns an diesem Julimorgen ein nebliger, nasskalter Aufstieg bevor. Wobei sich die gedämpften Temperaturen als Segen herausstellen sollten.

Startpunkt der nicht ganz spontanen, weil wettertechnisch durchdacht sein sollenden, Wanderung auf den Kosiak ist das Gasthaus Bodenbauer im Bodental. Bis zur Klagenfurter Hütte ist die Wegzeit, die an der Märchenwiese vorbeiführt, mit drei Stunden angegeben. Wenn du etwas Gas gibst, machst du aber eine Stunde wett (zumindest auf der ersten Hälfte).

Quer durch den Wald führt der Weg und das nicht gemächlich, sondern fordernd hinauf. An diesem Teil des Weges war mir zum ersten Mal an diesem Tag richtig heiß – der Wald dampfte und es begleitete uns eine Luftfeuchtigkeit, die dir auch ohne Anstrengung zu schaffen macht.

Nach etwas mehr als einer Stunde stehst du an einer Hinweistafel: Leichter Klettersteig über den Stinzesattel.

Leicht klingt bewältigbar.

Steine, Felsen und Geröll sind sowieso im Sinne der Chaosqueen.

Dein Mut wird belohnt mit einem schmalen Weg über den Hang und spätestens an dieser Stelle wird dir bewusst, warum die anstrengende Route die bessere Wahl ist. Inmitten der Steinwüste leuchten die ersten Blümchen in dunkelrosa oder pink oder einer Nuance dazwischen. Trittsicher solltest du sein und mit den Gedanken bei der Wanderung  – sonst geht es steil bergab.

Dann gelangst du an den ersten Teil des Klettersteigs, der gesichert und gut bewältigbar ist. Falls du über wenig Kondition verfügst, ist das die Stelle an der du noch umdrehen und den Forstweg nehmen kannst.

Danach kommt der etwas schwierigere Teil der Lektion. Nicht dass der Stinzesteig (über ca. 100hm) schwer ist, aber er ist und bleibt ein Abschnitt bis zum Gipfel des Kosiak, der Arm- und Beineinsatz verlangt. Als ich mich mit einer Hand an den Sicherungsseilen und mit der anderen an einem Felsteil festhielt, den Blick zu meinen Füßen richtete um den passenden Halt zu finden, wusste ich:

Das ist geil und da geht mehr  – Kletterkurs kommt auf die Bucketlist.

Nach diesem Ausflug in die Felswand wanderst du wieder etwas gemütlicher weiter. Kurz vor der Klagenfurter Hütte findest du anschließend die Abzweigung zum Gipfel des Kosiak. Falls Kraft und Kondition nicht mehr vorhanden sind, gehst du bitte die fünf Minuten weiter bis zur Klagenfurter Hütte und lässt den Kosiak aus.

Von der Abzweigung bis zum Gipfel bewältigst du etwa 400 Höhenmeter in (je nach Kondition) einer Stunde und das nicht in weitläufigen Kurven, sondern ziemlich direkt. Beeindruckend an diesem Aufstieg ist nicht nur der Trainingseffekt.

Blumen in allen erdenklichen Farben begleiten dich nach oben. Zum ersten Mal in meinem Leben erhaschte ich einen Blick auf Alpenveilchen in freier Wildbahn.

Am Gipfel hielt sich tatsächlich der Nebel, den der Wetterbericht prognostizierte und der kühlte sanft unsere rot getönten Gesichter. Wir schwankten zwischen „Schade, dass wir keinen Ausblick haben“ und „Gott sei Dank sind die Temperaturen niedrig“. Daher wechselten wir nur die verschwitzten T-Shirts und machten uns an den Abstieg zur Klagenfurter Hütte.

Spätestens an dieser Passage wird auch klar, wofür du auf dieser Wanderung anständige Schuhe brauchst. Nachdem der Weg hinauf relativ steil und steinig ist, musst du auf gleichem Weg wieder hinunter. Steine haben es außerdem an sich, dass sie nicht immer fest mit dem Untergrund verbunden sind und zur Stolperfalle werden. Aus diesem Grund möchte niemand, auch nicht die Chaosqueen, in der Zeitung stehen.

Für den Abstieg zur Klagenfurter Hütte benötigst du eine gute Stunde und dann darfst du erst einmal Pause machen. Vom Ausgangspunkt im Bodental bis hierhin hatten wir vier Stunden Gehzeit auf der Uhr, waren angenehm erledigt und freuten uns auf einen gespritzten Apfelsaft.

Runter kommst du entweder auf gleichem Weg (beachte bite die Tücken eines Klettersteigs) oder gänzlich anders (was eine andere Anekdote ist) oder auf einem angenehmen Rückweg, dessen Route mir (noch) nicht bekannt ist.

Bis zum nächsten Ausflug in die Berge, the chaosqueen Caroline herself

 

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